Verwaltung schlägt Handwerk

Ergebnis Sonderumfrage: ein Drittel der Arbeitszeit geht verloren.

Eine aktuelle Sonderumfrage im Gebäudereiniger-Handwerk zeigt: Im Schnitt verbringen Betriebe etwa 32 % ihrer Arbeitszeit damit, Verwaltungs- und Dokumentationspflichten zu erfüllen. Viele Unternehmer berichten sogar von Fällen, in denen fast die Hälfte der Arbeitszeit für Bürokratie aufgewendet werden musste. Besonders gravierend wirkt sich dies auf kleine und mittlere Betriebe aus, bei denen jede eingesparte Stunde zählt.
Im Fokus der Kritik stehen unter anderem Unterweisungen und Gefährdungsbeurteilungen, die Prüfung von Aufenthalts- und Arbeitserlaubnissen, Nachhaltigkeits- und Datenschutzanforderungen sowie die elektronische Arbeitsunfähigkeitsmeldung (e-AU) – letztere wird von vielen Betrieben als Rückschritt wahrgenommen. Quelle: verbaende.com
Die Folgen sind vielfältig: Mitarbeitende, die eigentlich im handwerklichen Einsatz sein sollten, sitzen stattdessen vor Aktenordnern und Screens. Projekte verzögern sich, die Motivation sinkt, und die Wettbewerbsfähigkeit gerät unter Druck. 

Auch andere Gewerke spüren die Bürokratie – Lösungsansätze nötig
Die Problematik beschränkt sich nicht auf das Gebäudereiniger-Handwerk. Auch in Elektro-, SHK- oder Malerbetrieben wächst die Last durch Dokumentationspflichten, Qualitätsnachweise und digitale Meldesysteme. Wer ein Gewerk führt, kennt die Situation: Neben Aufmaß, Ausführung und Kundenberatung liegt oft noch die Pflicht- zur Protokollierung, Uploads oder zukünftigen Reporting-Anforderungen.
Damit geraten Ressourcen in den Hintergrund – Zeit, die für Facharbeit oder Kundengespräche zur Verfügung stehen sollte. Entscheidend wird nun, wie Politik und Verbände reagieren: Vereinfachungen, Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen müssen Einzug halten, damit die Betriebe wieder „machen“ und nicht nur „melden“. Forderungen aus der Umfrage verlangen unter anderem, unnötige Formulare abzuschaffen, Systeme stärker zu vernetzen und digitale Prozesse praxisorientiert zu gestalten.
Für Handwerksbetriebe bedeutet das konkret:

  • Prüfung der internen Abläufe auf redundante Dokumente

  • Einsatz von Softwarelösungen zur Automatisierung von Routineaufgaben

  • Austausch in Innung oder Fachgruppe über bewährte Tools und Methoden

Am Ende geht es darum, dass Handwerk gearbeitet wird – nicht verwaltet.