Rückvermeisterung:

Erste Bilanz nach fünf Jahren.

Fünf Jahre nach der Wiedereinführung der Meisterpflicht in zwölf Handwerksberufen im Jahr 2020 zieht das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) eine positive Bilanz. Die Evaluierung bestätigt, dass die Ziele der 4. HwO-Novelle erreicht wurden: Schutz von Leben und Gesundheit, Wahrung des Kulturerbes und Sicherung der Ausbildungsleistung im Handwerk.

Modernisierung der Ausbildungsordnungen

Einige Gewerke haben ihre Ausbildungsordnungen modernisiert, um den Anforderungen von Nachhaltigkeit, Ressourcenschutz und Digitalisierung gerecht zu werden. Beispielsweise wurden im Estrich- und Parkettlegerhandwerk entsprechende Anpassungen vorgenommen.

Positive Entwicklungen in den Gewerken

In den betroffenen Gewerken stieg die Zahl der bestandenen Meisterprüfungen um durchschnittlich 63 %. Besonders auffällig ist der Anstieg des Frauenanteils unter den Absolventen. Zudem nahmen die Betriebsgrößen zu, und die Ausbildungszahlen entwickelten sich stabiler als in zulassungsfreien Handwerken.

  • Fliesen-, Platten- und Mosaikleger
    Die Anzahl der Meisterprüfungen stieg um rund 75 %. Dies führte zu mehr Qualitätssicherung und einer stärkeren Ausbildungsorientierung.

  • Steinmetze und Steinbildhauer
    Ein Anstieg der bestandenen Meisterprüfungen um etwa 50 % wurde registriert. Die Rückkehr zur Meisterpflicht trug dazu bei, traditionelle Handwerkstechniken zu erhalten.

  • Parkettleger
    Die Meisterprüfungen nahmen um circa 60 % zu. Zugleich wurden die Ausbildungsordnungen aktualisiert, um nachhaltige Materialien und digitale Techniken zu integrieren.

  • Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker
    Hier blieb die Zahl der Meisterprüfungen stabil, aber die Qualität der Ausbildung und die Betriebsausstattung verbesserten sich spürbar.

  • Estrichleger
    Eine Steigerung der Meisterprüfungen um etwa 70 % wurde verzeichnet. Die Ausbildungsinhalte wurden modernisiert, insbesondere in Bezug auf Umweltschutz.

  • Raumausstatter
    Die Rückkehr zur Meisterpflicht führte zu einem Wachstum der geprüften Meister um rund 65 %. Die Zahl der Auszubildenden blieb stabil

Verbesserungen in Qualität und Verbraucherschutz

  • In vielen Gewerken ist die Zahl der Mängel- und Schadensfälle gesunken oder stabil geblieben.

  • Kunden zeigen eine höhere Zufriedenheit mit meistergeführten Betrieben (92 %) im Vergleich zu nicht-meisterlichen Betrieben (75 %).

Langfristige Perspektiven

Obwohl die Rückvermeisterung positive Ergebnisse zeigt, werden einige Entwicklungen, wie der Aufbau neuer Ausbildungsstrukturen, erst über längere Zeiträume hinweg vollständig beurteilbar sein.

 

Quelle: Auswertungen des Bundeswirtschaftsministeriums, Berichte der Handwerkskammern, Artikel „Wie erfolgreich war die Rückvermeisterung?“ auf handwerk.com