Pressekonferenz zur Ausbildungsplatzumlage

Offener Brief an Abgeordnetenhaus: Ausbildungsplatzumlage stoppen!

Berliner Wirtschaft kritisiert geplante Ausbildungsplatzumlage scharf

Ein breites Bündnis aus der Berliner Wirtschaft hat sich heute deutlich gegen die geplante Einführung der sogenannten Ausbildungsplatzumlage ausgesprochen. Anlass ist die bevorstehende erste Lesung des Gesetzes im Abgeordnetenhaus am Donnerstag, 9. Oktober 2025.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz am 7. Oktober 2025 der IHK Berlin, Handwerkskammer Berlin, Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg, des Bundesverbands Deutsche Startups sowie der Handelskammer Bremen warnten die Vertreter*innen vor den Folgen der Umlage: massive Bürokratie, hohe Kosten für Unternehmen und keine Verbesserung der Ausbildungsquote.

Kernkritikpunkte:

Bürokratischer Aufwand: Erfahrungen aus Bremen zeigen, dass ein vergleichbares Modell hunderte Klagen auslöste und Unternehmen stark belastete.

Keine Lösung für den Fachkräftemangel: Die Umlage bestraft Unternehmen, löst aber nicht die Probleme des Ausbildungsmarktes, etwa fehlende Bewerber und unzureichende Berufsorientierung.

Belastung für Startups und Handwerk: Kleine Unternehmen und technologieorientierte Startups würden übermäßig belastet und verlieren Wettbewerbsvorteile.

Offener Brief an das Abgeordnetenhaus:

Parallel zur Pressekonferenz veröffentlichte die Berliner Wirtschaft einen offenen Brief, in dem sie eindringlich appelliert, das Gesetz nicht weiterzuverfolgen. Dort heißt es: Die Umlage schadet dem Wirtschaftsstandort, schafft Bürokratie und ignoriert die tatsächlichen Probleme der Ausbildung. Sebastian Stietzel, Präsident der IHK Berlin, warnte: „Sechs Millionen Euro in Bürokratie zu stecken, statt Jugendliche gezielt zu fördern, ist nicht nachvollziehbar.“

Den vollständigen offenen Brief der Berliner Wirtschaft finden Interessierte hier.

Reaktionen der Wirtschaftsvertreter:

Jürgen Wittke, Handwerkskammer Berlin: „Es fehlen nicht Ausbildungsplätze, sondern Hände.“

Stefan Moschko, Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg: „Berlin plant das genaue Gegenteil von Bürokratieabbau.“

Franziska Teubert, Bundesverband Deutsche Startups: „Die Umlage schwächt den Standort und sendet ein innovationsfeindliches Signal.“

Die Pressekonferenz fand im Mendelssohn-Saal der IHK Berlin statt und wurde hybrid übertragen.