Präzision auf den Punkt

Berliner Tischler-Nachwuchs zeigt Kante.

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Ein Freitag im Januar an der Max-Bill-Schule in Berlin-Weißensee: In den Hallen der Abteilung 2 (Planen | Bauen | Gestalten) wurde am 13. Januar 2026 sichtbar, dass modernes Tischlerhandwerk weit über das klassische Bild hinausgeht. Zum Tag der offenen Tür präsentierte der aktuelle Jahrgang Gesellenstücke, die das perfekte Zusammenspiel aus digitaler Planung, maschineller Fertigung und manuellem Finish unter Beweis stellten.

Wo im Alltag CAD-Zeichnungen entstehen und Konstruktionsdetails an Bildschirmen perfektioniert werden, herrschte zur Ausstellung eine Atmosphäre der Anerkennung. Die gezeigten Stücke sind das Ergebnis einer Ausbildung, die Mut zur Eigenständigkeit und absolute Maßhaltigkeit vereint.

Die Gunst der Jury: Zeitlos, Unkonventionell, Klar

Unter der Leitung von Abteilungsleiter Sven Treskatsch wurden herausragende Leistungen in Kategorien gewürdigt, die den Zeitgeist des Innenausbaus treffen:

Kategorie „Unkonventionell“: Nazar Salatun, Innungstischlerei HOLZWÆRK, überzeugte die Jury mit einem Entwurf, der gewohnte Raster verlässt.

Kategorie „Zeitlos“: Mit dem ironischen Titel „El Procastinador“ bewies Jan Philipp Gross, Innungstischlerei Klimpel,dass erstklassiges Zeitmanagement zu erstklassigen Ergebnissen führt.

Kategorie „Klare Linie“: Nico Gafert, Firma Eurotrain, setzte auf „Thermoesche“ – ein Material, das technisches Verständnis für Holzmodifikation und schlichte Eleganz fordert.

Fokus auf „Gutes Handwerk“: Wenn das Detail entscheidet

Jenseits der Ästhetik ging es bei der Nominierung für das „Gute Handwerk“ um die „inneren Werte“: Passgenauigkeit, Materialauswahl und konstruktive Logik. Besonders hervorgehoben wurden:

  •     Vincent „Vinnybob“ Dierick & Geraldine Birkholz (beide Wagner & Wagner GmbH)
  •     Fritz Pienkny mit seinem Projekt „Muttis Sternchen“ (A.D.V. Tischlerei)
  •     Alexander Pavicic (B&D Innenausbau GmbH)
  •     Jakob Dielmann (Bühnenservice)
  •     Leander Jonathan Schulz (Innungstischlerei Ißleib)

Diese Arbeiten zeigen, dass die jungen Fachkräfte gelernt haben, komplexe Konstruktionsaufgaben sauber zu lösen – die Basis für eine erfolgreiche Karriere im Betrieb.

Auf dem Weg zur „Guten Form“

Der bundesweite Wettbewerb „Die Gute Form“ wirft seine Schatten voraus. Für die Winter-Nominierungen konnten sich bereits Anton Wernick (Innungstischlerei Raumwerk GmbH) und Vincent Barteleit mit seinem Sideboard „Patagonien“ (Innungstischlerei Hecker/Ryssel GmbH) qualifizieren. Weitere nominierte Gesellenstücke werden beim Tag der offenen Tür im Sommer präsentiert. Wer letztlich die Berliner Preise bei der Freisprechung am 31. August mit nach Hause nimmt, bleibt spannend.

Publikumsliebling: Die „Nixe“ überzeugt die Besucher

Ein echtes Highlight war die Abstimmung der 206 Besucher. Der „Nixe Tisch“ von Tristan Moons (GFBM mbH) setzte sich mit 21 Stimmen als klarer Favorit durch. Sein Entwurf bestach durch eine außergewöhnliche Formensprache, die zeigt, dass auch im modernen Handwerk Raum für künstlerische Raffinesse ist.

Perspektiven für Profis

Neben der Ausstellung informierte die Tischler-Innung Berlin umfassend über die Ausbildung. Wer direkt weiterdenkt: Die Tischlermeisterschule Berlin beriet vor Ort zum Meistervorbereitungslehrgang am BTZ. Das Signal war deutlich: Das Tischlerhandwerk ist heute ein technologisch anspruchsvoller Beruf mit exzellenten Zukunftsaussichten.