Kritik am geplanten Prosumer-Aufschlag
Elf Bundesverbände aus der Energie- und Immobilienwirtschaft sowie dem Handwerk, darunter der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), wenden sich gegen Pläne der Bundesnetzagentur, Betreiber von Solaranlagen künftig stärker an den Netzkosten zu beteiligen.
Betroffen wären sogenannte Prosumer – also Haushalte, die mit einer eigenen Solaranlage Strom erzeugen und einen Teil davon selbst verbrauchen. Durch die geplante Reform der Stromnetzentgelte könnten ihnen zusätzliche Kosten entstehen, unabhängig davon, wie stark sie das öffentliche Stromnetz tatsächlich nutzen. Die Verbände befürchten, dass Solaranlagen dadurch weniger wirtschaftlich werden und der weitere Ausbau der Solarenergie gebremst wird. Geplante Einschnitte bei der Solarförderung könnten die Situation zusätzlich verschärfen.
Verbände fordern faire Netzkosten und Bestandsschutz
Auch ein vom Bundesverband Solarwirtschaft beauftragtes Rechtsgutachten äußert Zweifel an der Rechtmäßigkeit des geplanten Aufschlags. Kritisiert werden mögliche Verstöße gegen europäische Vorgaben zur verursachungsgerechten Netzfinanzierung sowie gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz und den Vertrauensschutz für bestehende Anlagen.
Die Verbände fordern deshalb, auf den Prosumer-Aufschlag zu verzichten. Sollte eine zusätzliche Beteiligung an den Netzkosten erforderlich sein, müsse sie sich an der tatsächlich vereinbarten Einspeisekapazität orientieren. Für bereits installierte Solaranlagen verlangen sie zudem Bestandsschutz.
Der Verbändeappell steht unter www.zveh.de/politik/positionen zum Download bereit.
Quelle: BSW-Solar / ZVEH



