DigiMal in Bonn

Wie die digitale Ausbildung im Malerhandwerk vorankommt.

(c)MuL Innung Berlin

Neue Technologien für die Lehrwerkstatt und Austausch über die Ausbildung von morgen

Wie lassen sich Spritztechniken üben, ohne dabei Farbe und Material zu verbrauchen? Ein VR-Spritz-Simulator macht genau das möglich. Er ist Teil des technischen Konzepts von DigiMal, einem Projekt der Maler- und Lackiererinnung Berlin zur Digitalisierung der überbetrieblichen Ausbildung.

Vom 3. bis 4. November 2026 sind Geschäftsführer Jörg Paschedag, Bildungsstättenleiter Eik Nausedat und Beate Bliedtner von der Technischen Beratungsstelle in Bonn. Bei der bundesweiten Vernetzungsveranstaltung „ÜBS connect“ des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) stellen sie DigiMal vor. Anhand von Informationstafeln geben sie Einblicke in die Projektarbeit und tauschen sich mit anderen Bildungsstätten und Fachleuten über neue Ansätze in der beruflichen Ausbildung aus.

DigiMal: Digitale Technik für das Malerhandwerk

DigiMal steht für die Digitalisierung der überbetrieblichen Ausbildung im Malerhandwerk. Ziel ist es, digitale Technologien und neue Lernmethoden stärker in die Lehrwerkstätten zu integrieren. Dazu gehören Tablets, über die Auszubildende ihre Kursunterlagen digital erhalten und bearbeiten können, ein interaktives Whiteboard sowie ein VR-Spritz-Simulator. Mit ihm lassen sich Spritztechniken virtuell trainieren, ohne tatsächlich Farbe und Material zu verbrauchen. Das spart Ressourcen und verbindet digitales Lernen mit Nachhaltigkeit.

Auch weitere technische Entwicklungen sollen in die Ausbildung einfließen. Dazu zählt beispielsweise Robotik: Ein Handwerksbetrieb, der bereits mit Robotik-Einsätzen im Malerhandwerk arbeitet, soll in die Gestaltung der Kurse eingebunden werden. Darüber hinaus wirken Ausbildende und ausgewählte Ausbildungsbetriebe an der Projektentwicklung mit. So sollen die neuen Lerninhalte eng an den Anforderungen der betrieblichen Praxis ausgerichtet sein.

Die Maler- und Lackiererinnung Berlin setzt DigiMal gemeinsam mit dem Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) um. Das Projekt startete am 1. Juli 2025 und ist auf drei Jahre angelegt. Zu den bisherigen Vorarbeiten gehören die Sanierung eines Schulungsraums, die Konkretisierung der Beschaffungsplanung und die Neugestaltung erster Lehrinhalte.

ÜBS connect: Gute Ideen für die Ausbildung teilen

DigiMal ist Teil der Initiative für eine exzellente überbetriebliche Ausbildung (INex-ÜBA). Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert damit innovative Projekte, die neue Konzepte und Angebote für die überbetriebliche Ausbildung entwickeln und erproben. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) führt die Initiative durch. Insgesamt werden 28 Projekte gefördert.

Auch die zweitägige Veranstaltung „ÜBS connect“ am 3. und 4. November in Bonn wird vom BIBB organisiert. Sie bringt Verantwortliche aus überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS) und weitere Fachleute zusammen. Im Mittelpunkt stehen neue Ausbildungskonzepte, der Einfluss künstlicher Intelligenz auf das Lernen, die Qualität der überbetrieblichen Ausbildung und die Förderung von Bildungsstätten. Außerdem geht es darum, wie junge Menschen für eine Ausbildung gewonnen und langfristig gehalten werden können. Ein weiterer Programmpunkt beschäftigt sich mit immersiven Lernumgebungen, etwa dem Einsatz von Virtual und Augmented Reality.

Für die Berliner Maler- und Lackiererinnung bietet die Veranstaltung Gelegenheit, eigene Erfahrungen einzubringen und Anregungen für die weitere Projektarbeit mitzunehmen. Denn bei aller technischen Entwicklung bleibt handwerkliches Können die Grundlage des Berufs. Digitale Kompetenzen ergänzen es dort, wo sie im Arbeitsalltag gebraucht werden. Davon profitieren vor allem die Auszubildenden, die so auf die Anforderungen eines sich verändernden Malerhandwerks vorbereitet werden.