Datenschutzbehörden überprüfen Webseiten

Ist Ihre Webseite wirklich datenschutzkonform?

Die Datenschutzbehörden und einige Datenschutzaktivisten gehen derzeit massiv gegen Datenschutzverstöße auf Webseiten vor. Es ist eine umfassende länderübergreifende Prüfung von Webseiten durch die Datenschutzbehörden angelaufen. Die Organisation des Datenschutzaktivisten Herr RA Schremm hat bei einer Überprüfung der Einwilligungen zu Cookies und anderen Tools innerhalb kürzester Zeit über 500 nicht gültige Einwilligungen gefunden und den Behörden gemeldet.

Die Datenschutzbehörden sind verpflichtet, gemeldete Verstöße zu untersuchen und gegebenenfalls Sanktionen gegen die Verantwortlichen zu verhängen. Mögliche Sanktionen sind die Einschränkung oder das Verbot bestimmter Datenverarbeitungen auf der Webseite anzuordnen und Bußgelder zu verhängen.

Neben den Überprüfungen der Aufsichtsbehörden sind vermehrt Schadenersatz-Klagen von betroffenen Personen anhängig. User von Webseiten sehen sich durch Datenschutzverstöße immateriell geschädigt und fordern für jeden unrechtmäßig gesetzten Cookie Schadenersatz.

Ist Ihre Webseite datenschutzkonform?

Viele Unternehmer/innen werden diese Frage ohne zu zögern mit „ja“ beantworten.

Doch die Realität sieht oft anders aus. Bei den Webseiten-Überprüfungen hat sich gezeigt, dass sehr viele Webseiten trotz Cookie-Banner und Datenschutzerklärung nicht datenschutzkonform sind.

Probleme bereiten oft ungültige Einwilligungen für Cookies oder Trekking-Tools. Viele sogenannte Consent-Layer zur Abfrage der Einwilligungen erfüllen nicht die formalen Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung. Nach Aussage des Landesbeauftragte für Datenschutz Niedersachsen sind selbst die von zahlreichen Firmen angebotenen Consent-Management-Tools ohne eine konkrete Konfiguration nicht ausreichend.

Einige Tracking-Tools sind trotz Einwilligung nicht datenschutzkonform. Anbieter wie Google- Analytics stellen beispielsweise keine ausreichenden Informationen über die Datenverarbeitung bereit und führen unrechtmäßige Datenübertragungen in die USA durch.

Weitere Datenschutzverstöße auf Webseiten entstehen häufig durch Drittanbieter-Tools, die vielleicht auf den ersten Blick unproblematisch wirken. Die Tools nehmen aber im Hintergrund Verbindungen zu Servern auf, die Daten erheben und in Drittstaaten außerhalb der EU ohne gültige Rechtsgrundlage senden.

Ein Datenschutzverstoß liegt auch vor, wenn über die Verarbeitung und Weitergabe von personenbezogenen Daten in der Datenschutzerklärung nicht angemessen informiert wird.

Der Datenschutz auf Webseiten ist ein komplexes Thema geworden. Zu Ihrer Sicherheit sollten Sie Ihre Web-Agentur kontaktieren oder Ihre Webseite durch einen Datenschutzexperten überprüfen lassen.

 

Quelle: Gerd-Jürgen Golze, Datenschutzbeauftragter, www.datenschutzbeauftragterberlin.com