Großes Interesse und lebhafte Diskussionen prägten den Ausbilder*innen-Abend am 4. November in der Max-Bill-Schule, Abteilung 2 (Holztechnik/Tischlerei und Allgemeinbildung). Neben zahlreichen Vertreter*innen der Betriebe und Lehrkräfte war selbstverständlich auch unser Mitglied, die Tischler-Innung Berlin, vor Ort.
Gute Zahlen – große Verantwortung
Die Zahl der Auszubildenden im Tischlerhandwerk bleibt erfreulich stabil:
Im Schuljahr 2025/2026 lernen insgesamt 544 angehende Tischler*innen– davon 171 im ersten, 174 im zweiten und 199 im dritten Ausbildungsjahr.
Diese konstanten Zahlen zeigen das anhaltende Interesse am Beruf, bedeuten aber auch organisatorische Herausforderungen für die Schule und das Lehrpersonal. Ein zentrales Thema ist die Sicherung der Lehrkräfte. Durch Renteneintritte und Sabbaticals müssen in den kommenden Jahren rund 100 Unterrichtsstunden ersetzt werden. Hier setzen Projekte wie „Nachwuchsförderung und -mentoring“ an: Studierende des Masterstudiengangs „Berufliche Schulen“ im Bereich Bautechnik (Wintersemester 2022/2023: 7 Studierende, alle aus Bau- und Ausbauberufen) können frühzeitig in den Berufsschulalltag eingebunden werden, um neue Fachkräfte zu gewinnen.
Lernen braucht Praxis
Besonders lebhaft wurde über die Frage diskutiert:
„Praktische Arbeiten in der Schule – notwendig?“
Die Antwort fiel eindeutig aus: Ja!
Der Auftrag der Berufsschule geht über reines Fachwissen hinaus. Ziel ist es, Handlungskompetenz zu fördern – also Methoden-, Sozial- und Personalkompetenz.
Ganzheitliche Lernsituationen verbinden Theorie und Praxis und machen Wissen verständlich und anwendbar. Praxisanteile im Unterricht helfen, das Gelernte auf viele betriebliche Situationen zu übertragen – idealerweise im Teamwork in der Klasse.
Daten, Diskussionen und digitale Wege
Ein weiterer Schwerpunkt war die Auswertung der Fehlzeiten im 2. Halbjahr 2024/2025.
Bei 610 Schüler*innen in 20 Tischlerklassen wurden laut WebUntis 2603 Fehltage erfasst, davon 1361 unentschuldigt – eine Gesamtfehlquote von 21,3 %.
Etwa jeder fünfte Unterrichtstag wird somit versäumt – ein klarer Hinweis, dass Schule und Betriebe hier gemeinsam an Motivation und Verlässlichkeit arbeiten müssen.
Positiv fiel dagegen die Nutzung digitaler Werkzeuge auf: Mit der digitalen Pinnwand der Abteilung 2 bietet die Schule eine zentrale Plattform mit Stundenplänen, Formularen, Lernhilfen und aktuellen Informationen – übersichtlich, modern und praxisnah.
Gemeinsam stark
Der Abend machte deutlich, wie wertvoll der regelmäßige Austausch zwischen Schule und Betrieben ist.
Ob Lehrkräftemangel, Fehlzeiten, BeLa-Arbeiten oder die Bedeutung praktischer Lernanteile – die Gespräche waren offen, konstruktiv und lösungsorientiert.
Am Ende stand eine gemeinsame Erkenntnis:
Nur im engen Schulterschluss zwischen Betrieben und Berufsschule kann die Ausbildung junger Tischler*innen erfolgreich gelingen.



