Wann darf ein Betrieb ausbilden?

Wann darf ein Betrieb ausbilden?
Damit die Qualität in der Ausbildung stimmt, muss der ausbildende Handwerksbetrieb bestimmte Kriterien erfüllen. Foto: www.amh-online.de

Die regionalen Handwerkskammern entscheiden darüber, welche Handwerksbetriebe einen Ausbildungsplatz anbieten dürfen. Vor allem Betriebe, die sich erstmals dieser anspruchsvollen Aufgabe stellen, bekommen Unterstützung bei der Eignungsfeststellung. Im Rahmen eines Betriebsbesuchs wird durch die Ausbildungsberater der Kammer festgestellt, ob die persönliche und fachliche Eignung zur Ausbildung vorliegt.

Diese Kriterien gelten: 

  • Sind die Ausbildungsregelungen (Gesetze, Verordnungen, etc.) im Betrieb vorhanden?
  • Wurde für den Auszubildenden ein betrieblicher Ausbildungsplan erstellt?
  • Gliedert sich der Ausbildungsalltag in die täglichen Arbeits- und Geschäftstätigkeiten ein?
  • Verfügt der Betrieb über eine ausbildungskonforme materielle und technische Ausstattung?
  • Können alle Inhalte der Ausbildungsordnung vermittelt werden? Sollte der Auszubildende zusätzlich externe Ausbildungsstätten besuchen?
  • Ist das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Fachkräften und Auszubildenden im Betrieb ausgewogen?
  • Ist im Betrieb ein Ausbilder genannt? Dieser benötigt die fachliche und pädagogische Eignung für die Durchführung der Ausbildung. Diese kann er beispielsweise durch den Meistertitel nachweisen oder durch Absolvierung der Ausbildereignungsprüfung (AEVO).

Auf Grundlage der Ausbildungsordnung erstellt der Ausbilder einen individuellen betrieblichen Ausbildungsplan, der auf die Gegebenheiten im Betrieb abgestimmt ist. Der Ausbildungsplan muss alle im Ausbildungsrahmenplan definierten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten enthalten. 

Das Handwerk freut sich über Betriebe, die jungen Menschen ihr Handwerk beibringen möchte. Die Innungen kontrollieren gemeinsam mit der Handwerkskammer, ob der Betrieb den Ansprüchen eines Ausbildungsbetriebs gerecht wird. Bei Problemen mit dem Ausbildungsbetrieb steht dem Auszubildenden der Lehrlingswart / die Lehrlingswärtin der Innung als erste Kontaktperson zur Verfügung. Dieser versucht im Konfliktfall zu vermitteln.  

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