Karrierechancen im Handwerk

Auszubildender in der Berufsschule
Weiterbildungen in Praxis und Theorie. Foto: www.amh-online.de

Im Handwerk kannst du heutzutage die Karriereleiter steil aufsteigen. Hier werden Leute gebraucht, die nicht nur gut mit ihren Händen arbeiten können, sondern auch mit Köpfchen.

Handwerksmeister
In den meisten Fällen machst du erst eine Ausbildung, dann bist du Geselle und schon bald juckt es dir in den Fingern und du machst die Fortbildung zum Handwerksmeister. Der Meistertitel ist in der Regel die Voraussetzung dafür, dass du dein eigener Chef wirst, das bedeutet eine Firma eröffnen kannst. Dementsprechend muss ein Meister nicht nur theoretisches und praktisches Fachwissen unter Beweis stellen, sondern auch im Bereich Betriebswirtschaft und Recht gut Bescheid wissen.

Für die Meisterausbildung gibt es unterschiedliche Formen. Manche machen eine Vollzeitfortbildung, andere lernen am Wochenende und am Abend. Zur Finanzierung kannst du Meisterbafög beantragen (formal Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz genannt). Unter meister-bafoeg.info erhältst du alle Informationen dazu. 


Ein Meistertitel ist hoch angesehen. Im Vergleich der Berufsabschlüsse ist der Meistertitel mittlerweile auf gleicher Stufe wie der Bachelor-Studienabschluss eingeordnet. Bei vielen Studienabschlüssen weiß man nicht genau, was danach kommt. Mit dem Meister kannst du gleich durchstarten. Wenn du möchtest, kannst du die Meisterfortbildung auch gleich nach Abschluss deiner Ausbildung beginnen. Schon mit Anfang 20 kannst du dadurch Handwerksmeister/in sein.

Neue Chancen für Studienabbrecher
Nicht jeder junge Mensch mag dauerhaft die Schul- bzw. Unibank drücken. Viele merken erst während ihres Studiums, dass der eingeschlagene Weg sie nicht glücklich macht. Das Studium abzubrechen ist zunächst ein frustrierender Schritt, aber es kann auch eine Chance sein. Im Handwerk sind Studienabbrecher mehr als willkommen! Auch hier gibt es große Herausforderungen und Platz für kreative Köpfe. Und z.T. kannst du deine bisherigen Unileistungen anrechnen lassen. Innungen und Handwerkskammern beraten dich gerne, welcher Berufsweg mit deinem Background am sinnvollsten ist.

Duale Studiengänge
Wer sich nicht für Studium oder Ausbildung entscheiden kann, sollte vielleicht einen Mittelweg gehen. Es gibt mittlerweile eine Reihe an dualen Studiengängen, in denen Praxis und Theorie kombiniert und aufeinander abgestimmt werden. Du bist dabei in einem Ausbildungsbetrieb angestellt und studierst gleichzeitig. Neben dem Abschluss in einem Ausbildungsberuf hast du am Ende auch ein Studienzeugnis in der Hand, in der Regel den Bachelor.

Auslandspraktikum
Die große weite Welt sehen, interessante Menschen treffen und die Sprachfähigkeiten verbessern? Das kannst du alles auch im Rahmen deiner Ausbildung. Es gibt verschiedene Förderprogramme, die dir einen Auslandsaufenthalt ermöglichen. Und das ist auf jeden Fall eine Erfahrung, die du dir nicht entgehen lassen solltest. Bei den Förderprogrammen arbeitest du in einem Handwerksbetrieb mit, dir bleibt aber natürlich auch Zeit Sprache, Land und Leute kennen zu lernen.
 
Der Klassiker: Die Walz
Auf die Walz gehen Handwerker bereits seit mehreren Hundert Jahren. Bestimmt hast du auch schon einmal einen Wandernden gesehen, der nur ein Bündel bei sich trägt. Traditionell wird drei Jahre gewandert, der Dresscode ist je nach Berufssparte unterschiedlich. Am bekanntesten sind wohl die Zimmerer, aber auch in anderen Berufen können heute noch Wanderjahre durchgeführt werden. Voraussetzung ist, dass du deine Gesellenprüfung bestanden hast und ledig, kinderlos und schuldenfrei bist.

Einen eigenen Betrieb gründen
Wenn du nach Unabhängigkeit strebst und dein eigener Chef sein möchtest, wirst du auf verschiedenen Wegen bei der Gründung eines eigenen Betriebs unterstützt. Die Innungen teilen dir mit, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und wie der Markt für dein Berufsfeld derzeit aussieht. Sie können dir auch Tipps geben, ob ein Betriebsinhaber nach einem Nachfolger sucht. Welche Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung es gibt, kannst du zum Beispiel in der Förderbibel der Investitionsbank Berlin nachlesen. 

 

 

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