Handwerks-ABC

Zeichnung ABC
Bild: Artotem (Flickr, BB-CY 2.0)

Ausbildungsvergütung
Da du in deinem Ausbildungsbetrieb von Anfang an beim Betriebsablauf mithilfst, bekommst du in einer Ausbildung – im Gegensatz zu einem Studium – vom ersten Tag an Geld. Das sind zunächst keine großen Summen, du musst aber bedenken, dass dein Ausbildungsbetrieb am Anfang erst einmal viel Zeit investiert, um dir alle Arbeitsabläufe zu zeigen. Mit jedem Ausbildungsjahr wächst dein Wissen und die Vergütung.

Ausbildungsverordnung
Jeder Beruf hat seine Ausbildungsverordnung. Das ist eine Richtlinie dazu, was du im Laufe deiner Ausbildung lernen sollst, wie die Prüfungen aufgebaut sind und wie lange die Ausbildung mindestens dauert.

Berufsschule
In Deutschland haben wir das so genannte duale Ausbildungssystem. Das bedeutet, dass du sowohl praktische Erfahrungen in deinem Ausbildungsbetrieb sammelst, als auch noch drei Jahre theoretisches Wissen in der Berufschule erlangen kannst. Meistens bis du 1-2 Tage die Woche in der Berufsschule und kannst dich dort mit anderen Auszubildenden austauschen.  

Freisprechung
Nach der meist dreijährigen Ausbildungszeit erhältst du nach bestandener Prüfung bei der Freisprechungsfeier dein Abschlusszeugnis. Danach bist du Handwerksgeselle.

Gesellenbrief
Das Zeugnis, das du nach (meist dreijähriger) Ausbildungszeit und bestandener Abschlussprüfung stolz in den Händen halten kannst.

Geselle
Erst bist du Auszubildende/r (früher Lehrling genannt). Nach bestandener Abschlussprüfung bist du Gesellin bzw. Geselle.

Gestreckte Abschlussprüfung
Statt einer Zwischenprüfung gibt es heutzutage in einigen Ausbildungsberufen eine gestreckte Prüfung. Der erste Teil der Prüfung erfolgt im zweiten Ausbildungsjahr. Der zweite Teil kommt am Ende der Ausbildung. Beide Ergebnisse fließen in deine Abschlussnote mit ein.

Gewerk
Vereinfacht gesagt ist ein Gewerk eine Sparte im Handwerk z.B. Maler, Bäcker oder Friseur.

Innungen
Das sind Zusammenschlüsse von Handwerkern eines Gewerks. Die Innung organisiert deine Ausbildung und steht dir bei Fragen und Problemen zur Seite. Außerdem vermittelt sie Ausbildungsplätze.

Lehrlingsrolle
Wenn ein Handwerksbetrieb mit dir einen Ausbildungsvertrag abschließt, muss er dich in der Lehrlingsrolle bei der Handwerkskammer deiner Region anmelden. Diese Liste enthält alle Auszubildenden im Handwerk. Bei der Eintragung soll dein Betrieb zum Beispiel sagen, wer dein Hauptansprechpartner im Betrieb ist.

Lehrlingswart
Dein Ansprechpartner bei der Innung, wenn es Probleme in der Ausbildung gibt – sei es in der Schule oder in deinem Ausbildungsbetrieb.

Meister
Als Handwerksgeselle kannst du noch einmal die Schulbank drücken, dir vertieftes Wissen in deinem Berufsfeld, Rechtsfragen und Betriebswirtschaft aneignen und bist nach bestandener Prüfung Handwerksmeister. Dies ist in vielen Berufen Voraussetzung dafür, dass du deinen eigenen Betrieb leiten kannst.

Praktikum
Du kannst dir nicht vorstellen, was ein Mechatroniker für Elektrotechnik macht? Dein Zeugnis ist nicht so dolle, aber es ist dein Traum Konditorin zu werden? In diesen Fällen kann dir ein Praktikum weiterhelfen. Du lernst dabei das Berufsbild kennen und der Handwerksbetrieb kann sich überzeugen, dass du die richtige bist für den ausgeschriebenen Ausbildungsplatz.

Probezeit
Das ist die Testphase, in der du und dein Chef ausprobieren, ob ihr gut zusammen arbeiten könnt und der Beruf auch wirklich etwas für dich ist. Diese Phase dauert bis zu vier Monate. Beide Seiten können währenddessen kurzfristig das Ausbildungsverhältnis beenden.

Urlaub
Wenn du bei Beginn deiner Ausbildung noch keine 18 Jahre alt bist, gilt für dich das Jugendarbeitsschutzgesetz. Danach erhältst du – je nach Alter – bis zu 30 Tage bezahlten Urlaub im Jahr. Bist du über 18 im ersten Lehrjahr, gilt für dich das Bundesurlaubsgesetz oder ein gültiger Tarifvertrag. Welche Regelung bei dir gilt, kannst du den Lehrlingswart oder die Innung fragen.

Zwischenprüfung
Drei Jahre Ausbildung sind eine lange Zeit. Damit du weißt, wo du fachlich stehst, gibt es die Zwischenprüfung. Hier kannst du erkennen, ob du in bestimmten Bereichen noch mehr Energie reinstecken musst, um später die Abschlussprüfung zu bestehen. Auf deine Abschlussnote hat die Prüfung keine Auswirkung. In einigen Berufen gibt es mittlerweile die gestreckte Prüfung, bei der die Note von Teil 1 mit in das Endergebnis einfließt.

ÜLU
Abkürzung für Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung. Praktischer Unterricht, den du zusätzlich zur Berufsschule besuchst. Hier wirst du an modernen Maschinen und Werkzeugen ausgebildet, die in deinem Ausbildungsbetrieb eventuell nicht zur Verfügung stehen.

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