Finanzierungshilfen während der Ausbildung

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Ein guter Ausbildungsbetrieb nimmt sich für dich Zeit. Foto: www.amh-online.de

Die Ausbildung ist der Start in das Arbeitsleben. Es ist eine Phase des intensiven fachlichen Lernens. Dein Ausbildungsbetrieb sollte sich Zeit nehmen, um dir verschiedene Techniken deines Berufs beizubringen. Diese Tipps kannst du dein ganzes Berufsleben nutzen. Sie sind neben der Ausbildungsvergütung das, was dir dein Betrieb anbietet. 

Mehr als Gehalt

Im Unterschied zu einem Studium bekommst du die Ausbildungsvergütung vom ersten Tag an. Sie liegt je nach Beruf und Lehrjahr bei etwa 300 bis 1.300 Euro im Monat. Es ist festgelegt, wie hoch deine Ausbildungsvergütung mindestens sein muss (die Höhe erfährst du im Zweifel bei der Innung). Wenn du deine Sache gut machst, kann dir der Betrieb natürlich auch mehr zahlen. 

Es gibt Konstellationen, bei denen es schwierig werden kann, wenn du von der Ausbildungsvergütung deinen Lebensunterhalt alleine bestreiten sollst. Beispielsweise wenn du ein Kind hast, ein Auto für die Fahrt zu Arbeit benötigst oder in einer Stadt mit hohen Mieten wohnst. Folgende Möglichkeiten gibt es, dein monatliches Einkommen zu erhöhen:

  • Kindergeld: Auszubildende unter 25 Jahren erhalten Kindergeld. Das sind 194 Euro pro Monat, die in der Regel an deine Eltern überwiesen werden. Wenn du nicht mehr zu Hause wohnst, kannst du bei der Familienkasse der Arbeitsagentur einen Antrag stellen, dass dir das Geld direkt ausgezahlt wird. 
  • Berufsausbildungsbeihilfe (BAB): Diese erhält etwa jeder achte Auszubildender, der für die Ausbildung von zu Hause ausgezogen ist. Maximal werden 584 Euro pro Monat gezahlt. Wie hoch die Förderung ist, erfährst du beim BAB-Rechner. Wichtig ist, BAB vor der Ausbildung zu beantragen, da du rückwirkend kein Geld erhälst!
  • Bafög: Wer eine klassische Ausbildung in einem Betrieb macht, hat keinen Anspruch auf Bafög. Wenn du an einer Berufsfachschule lernst, kannst du es beziehen. Sie gibt es etwa für kaufmännische, handwerkliche Berufe, künstlerische, hauswirtschaftliche und soziale Berufe. Schüler/innen müssen das Geld nicht zurückzahlen.
  • Bildungskredit: Auszubildende können prüfen, ob sie Anspruch auf einen Bildungskredit des Bildungsministeriums haben. Er wird ausschließlich Auszubildenden über 18 Jahren gewährt. Du kannst maximal 7.200 Euro erhalten und musst das Geld später mit einem vergleichsweise niedrigen Zinssatz zurückzahlen. 
  • Nebenjob: Wenn dein Arbeitgeber einverstanden ist, kannst du dir einen Nebenjob suchen. Die Arbeitszeit muss natürlich außerhalb deiner regulären Arbeitszeiten im Ausbildungsbetrieb liegen. 

Auszubildende mit Kind können weitere Leistungen bekommen z.B. Wohngeld oder Stipendien für Alleinerziehende. Da gute Fachkräfte heute stark nachgefragt sind, stehen dir viele Möglichkeiten offen. Innungsbetriebe und Innungen unterstützen dich soweit wie möglich bei Fragen zu dem Thema.  

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