Chancen für Studienabbrecher

Tischler-Azubi an Maschine
Tischler bei der Präzisionsarbeit. Foto: www.amh-online.de

Die Anzahl junger Studierender steigt seit Jahren. Viele, die zwischen Ausbildung und Studium geschwankt haben, entscheiden sich zunächst für die Universität. Der akademische Weg liegt aber nicht allen Menschen. Die Gründe ein Studium abzubrechen sind individuell verschieden. Häufig genannt werden von Abbrechern die Theorielastigkeit, zu große Praxisferne, zu wenig sichtbare Ergebnisse, zu langer Ausbildungsweg oder die schlechte finanzielle Situation während eines Studiums. Hinzu kommt das Gefühl der Überforderung oder des Leistungsdrucks.

Modernisiertes Handwerk

Der Schritt von der Uni in einen Handwerksbetrieb klingt für viele zunächst befremdlich. Wer sich gerade mit chemischen Formeln auseinander gesetzt hat, kann sich nicht vorstellen als nächstes als Maurer/in zu arbeiten. Nicht berücksichtigt wird dabei, dass sich das Berufsprofil vieler Handwerksberufe in den letzten Jahren stark geändert hat. Auch im Handwerk hat die Computertechnik Einzug gehalten. Um dem Tribut zu zollen, wurden Berufe umbenannt: Kfz-Mechaniker heißen heute Kfz-Mechatroniker. Elektrikerinnen sind Elektronikerinnen. Tischler, Goldschmiede und Metallbauer arbeiten mit CNC-Technik. Heizungen, Kühlgeräte, Beleuchtung und Rollladen sind elektronisch steuerbar und müssen dementsprechend programmiert werden.  

Gutes Personal dringend benötigt

Wer dennoch lieber mit den Händen arbeitet, findet im Handwerk vielfältige Möglichkeiten dazu: Vom Steinmetz über Konditor zum Augenoptiker. Die Handwerksbetriebe werden tendenziell immer größer, daher wird dort zunehmend eine Management-Ebene gebraucht. Studienabbrecher/innen haben somit gute Aufstiegsmöglichkeiten im Betrieb.

Option Selbständigkeit 

Ein lukrativer Weg kann es sein, sich nach der Ausbildung oder nach einigen Praxisjahren selbständig zu machen. Dafür ist in der Regel ein Meistertitel notwendig. Dieser kann in Teilzeit oder Vollzeit erworben werden und wird mittlerweile vom Ausbildungsniveau wie der Bachelor eingestuft. 

Die Innungen beraten Interessenten, ob und wenn ja wie Leistungen aus dem Studium während der Ausbildung anerkannt werden können. Dadurch kann die Ausbildungszeit verkürzt werden. Gleiches gilt bei guten Leistungen. Die Ausbildungsvergütungen sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Da gute Fachkräfte im Handwerk stark umworben werden, sind die finanziellen Aussichten von Handwerkern deutlich besser als beispielsweise bei Berufen aus der Medienbranche. 

Eine Übersicht der über 100 Handwerksberufe finden sich auf unserer Webseite.  Bei Interesse an Schnuppertagen und Praktika sprich die Innungen an. Sie haben einen guten Überblick, welcher Betrieb zu dir passt. 

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