Gesetzliche Vorschriften bei Auftragsvergabe

Spindeltreppe außen am Gebäude

Vergabe von Metall- und Stahlbauarbeiten durch private und öffentliche Auftraggeber unter Berücksichtigung der Herstellerqualifikation

Viele private und öffentliche Auftraggeber vergeben Aufträge im Metall- und Stahlbaubereich an Handwerksunternehmen ohne zu wissen, dass es auch in diesem Bereich gesetzliche Vorschriften gibt. Neue Vorschriften sind am 01.07.2014 in Kraft getreten. Diese neuen Vorschriften und Normen sind nun europäisch harmonisiert, um innerhalb der Europäischen Union den Warenverkehr zu vereinfachen und um in den nächsten Jahren die normativen Vorgaben möglichst weit anzugleichen. Weitere Infos zu diesem Thema finden Sie unter: www.metallinnung-hh.de/metallinnung-hamburg-videos.html (Video DIN EN 1090 -Rechtliche Grundlagen, Auswahl der Ausführungsklasse und Vorteile für den Bauherren).

Jedes Unternehmen, das heute tragende Metall- und Stahlbauarbeiten in den Verkehr bringen will, muss durch eine notifizierte Stelle zertifiziert sein. Typische Produkte für den privaten Bereich sind z. B. Carports, Treppen, Geländer und Vordächer. Dabei ist es so, dass nicht das Produkt selbst durch eine notifizierte Stelle geprüft wird, sondern das System, nach dem der Hersteller, also der Metallbauer, seine werkseigene Produktionskontrolle durchführt. Im Grunde geht es also darum, ob das Qualitätsmanagementsystem sichergestellt ist, um entsprechend den Anforderungen der Normen tätig zu werden, und ob die Einrichtung und die Kenntnisse des Metallbauers ausreichend sind. Die Metallbauer werden bei der Umsetzung durch die Verbände im Metallhandwerk beraten, die ein handwerksgerechtes System geschaffen haben, um den Aufwand möglichst gering zu halten.

Spindeltreppe außen am Gebäude
Die aktuelle Praxis zeigt aber, dass dieses Thema auch bei den Bauaufsichtsbehörden noch nicht überall bekannt ist und damit entsprechend mangelhafte Bauwerke unentdeckt bleiben. Es ist aber davon auszugehen, dass die Anzahl der Bauwerke, die nicht abgenommen werden, zunimmt und damit nicht ohne weiteres genutzt werden können, wie erste Beispiele zeigen. Dabei ist das Thema eigentlich nicht neu. Schon seit vielen Jahren gibt es bereits auf nationaler Ebene Vorschriften, die zwar im Detail abweichen, aber im Grunde das gleiche Ziel hatten.

Welche Aufgaben hat nun der Auftraggeber:

Wenn z. B. der Auftraggeber den Hersteller der Treppe selbst beauftragen will, darf er nur Unternehmen beauftragen, die im Besitz einer gültigen Zertifizierung sind (Zertifikat über die werkseigene Produktionskontrolle nach EN 1090-1). Falls ein ganzes Gebäude in z. B. schlüsselfertiger Ausführung bei einem Generalunternehmer gekauft wird, trägt dieser die Verantwortung für die richtige Wahl des Herstellers. Der Auftraggeber hat bei der direkten Vergabe an den Hersteller die Pflicht, eine statische Bemessung zur Verfügung zu stellen. Natürlich ist es möglich, die Statik mit in den Auftrag zu nehmen, um den Aufwand den Fachplanern zu überlassen.

Ob ein Tragwerk von einem zertifizierten Unternehmen hergestellt wurde, kann man an der vorgeschriebenen CE-Kennzeichnung erkennen. Das CE-Kennzeichen muss am Tragwerk selbst oder auf Begleitpapieren angebracht werden. Die CE-Kennzeichnung ist aus vielen anderen Bereichen wie z. B. der Elektronikindustrie bekannt.

Fehlt die Kennzeichnung für ein Tragwerk, kann die Abnahme und damit die Zahlung verweigert werden.

Auf der Homepage der Metall-Innung Hamburg (www.metallinnung-hh.de/mihfachbetriebe/fachbetr-schweissen.pdf) finden Sie hinter diesem Logo an 24 Metallbaufirmen die normenkonforme Metallbauarbeiten durchführen können.

Metall-Innung Hamburg
Dipl.-Ing. Klaus Ramm SFI
Große Bahnstraße 101
22769 Hamburg

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