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Visier statt Mundschutz erlaubt?

Auch diese Frage wird nicht in allen Bundesländern einheitlich beantwortet; so erlauben z.B. Hessen und Schleswig-Holstein noch das Tragen von Gesichtsvisieren alternativ zum Mundschutz. Allerdings weisen sowohl das RKI als auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung darauf hin, dass diese keine gleichwertige Alternative zu Mund-Nasen-Bedeckungen darstellen. Zum einen liegen die Visiere nicht eng genug an, zum anderen ermöglichen sie das Vorbeiströmen der Luft an den Seiten. Dadurch fangen sie nur Tröpfchen ab, die direkt auf die Scheibe treffen und bieten weniger Fremdschutz als Mund-Nasen-Bedeckungen.

Wie sieht es in Berlin aus?

Nein:

Der Maskenpflicht in bestimmten Bereichen wird in Berlin nur durch das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen nachgekommen. Gesichtsvisiere stellen keine Alternative dar. Hier geht es zur Seite der Senatskanzlei Berlin für weitere Informationen.

Und in Brandenburg?

Nein:

Zwar ist auf der Seite der Landesregierung von Brandenburg folgendes zu lesen: „Auch ein Gesichtsvisier kann ausreichend sein, wenn es aufgrund seiner Bauart und Trageweise in gleicher Weise geeignet ist, eine Ausbreitung von übertragungsfähigen Tröpfchenpartikeln durch Husten, Niesen, Sprechen oder Atmen zu verringern.“ Da die handelsüblichen Gesichtsschilde allerdings nicht in gleicher Weise die Tröpfchen auffangen, stellen sie keinen Maskenersatz dar.

In die Quarantäne (zunächst) ohne Gesundheitsamt für die Berliner!

Die Berliner Gesundheitssenatorin Kalayci hat Ende letzter Woche eine neue Verfahrensweise zur Entlastung der Gesundheitsämter mittels einer geänderten „Kontaktnachverfolgungsstrategie“ angekündigt und damit zu erheblichen Irritationen bei Arbeitnehmern und Arbeitgebern beigetragen:

„Die einzelnen Infizierten, wenn sie Kenntnis darüber haben, sind verpflichtet, wenn ein positiver Test vorliegt, per Allgemeinverfügung in Selbstisolation zu gehen und gleichzeitig werden auch Personen, die Kenntnis darüber bekommen, dass sie Kontaktpersonen eines positiv Getesteten sind, verpflichtet in Selbstquarantäne zu gehen.“

Wie haben sich Arbeitgeber zu verhalten?

Wird ein Arbeitnehmer von Ihnen positiv getestet, hat er sich umgehend in Quarantäne zu begeben. Das Gesundheitsamt wird sich bei Ihnen melden. Nicht unverzüglich, aber innerhalb der Erkrankung. Sollte der Arbeitnehmer Kontakt zu anderen Mitarbeitern gehabt haben, sollten Sie aktiv und unverzüglich versuchen, das Gesundheitsamt zu kontaktieren.  Die  Entschädigung nach §§ 56 ff. IfSG wird nur auf Antrag ausgezahlt und dafür wird der Bescheid von dem Gesundheitsamt benötigt.

Des weiteren müssen Sie mit dem Gesundheitsamt klären, welche Kontakte es bei Ihnen im Betrieb zu dem Infizierten gab. Dafür ist Ihr Hygiene-Konzept (Pandemieplan) ausschlaggebend. Viele Ämter fragen genau in einem solchen Fall nach Ihrem Hygiene-Konzept und ob eine genaue Kontaktverfolgung im Betrieb möglich ist. Das Gesundheitsamt wird sich dann um Ihren Fall kümmern. Sollten Arbeitnehmer von sich aus in Selbstquarantäne gehen wollen, weil ihnen der Kontakt zu nahe war, müssen Sie deutlich mit dem Arbeitsnehmer reden. Klären Sie ab, woher der Wunsch nach Selbstquarantäne kommt. Angst, falsche Informationen…Noch besteht für dies Art Selbstquarantäne, die sicherlich auch von Arbeitnehmern ausgenutzt werden kann für z. B. 2 Wochen bezahlten Urlaub, nur eine Allgemeinverfügung. Sollte jedoch ein längerer Kontakt zwischen dem Mitarbeiter und dem Infizierten bestanden haben, sollte es auch in Ihrem Interesse sein, den Arbeitnehmer für ein paar Tage nach Hause zu schicken, bis Sie entweder Kontakt zum Gesundheitsamt hatten oder der Arbeitnehmer einen negativen Test vorweisen kann oder er 5 -7 Tage symptomfrei bleibt.

 

 

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