Gesund durch die Hitze

©Noppadon Manadeee / Unsplash

Ungefähr 2,5 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland unter freiem Himmel. Durch langes Arbeiten im Freien, wie das im Handwerk notwendig ist, können bei großer Hitze auch akute Hitzeerkrankungen wie Sonnenstich, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag auftreten. Durch intensive Sonneneinstrahlung und große Hitze auf Baustellen werden besondere Gefahren für die Gesundheit hervorgerufen. Diese können sein:

  • Hautschäden (Sonnenbrand bis Hautkrebs)
  • Augenkrankheiten (Bindehautentzündung, Grauer Star)
  • Lungen- und Schleimhautreizungen (Reizungen der Bronchien bis zur Luftnot)
  • Schwächung des Immunsystems (Anfälligkeit für Infektionskrankheiten durch Bakterien, Pilze und Viren)

 

Gibt es so etwas wie hitzefrei auf dem Bau?

Es existiert im Arbeitsrecht keine genaue Gradzahl, die dem Arbeitgeber vorschreibt, seinen Mitarbeitern hitzefrei auf dem Bau zu gewähren. Diese Möglichkeit ist jedoch nicht ausgeschlossen. (Quelle: www.arbeitsrecht.de)

Unternehmer sind nach § 4 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) verpflichtet, Gefährdungen für Leben und Gesundheit der Beschäftigten möglichst zu vermeiden.

Unternehmer sollten möglichst folgende Maßnahmen beachten:

  • Überdachungen und Unterstellmöglichkeiten als Schattenspender zur Verfügung stellen
  • klimatisierte Fahrzeuge
  • Beschäftigte zu Gefahren und Schutzmaßnahmen unterrichten
  • ausreichende und häufigere Pausen ermöglichen
  • Anpassung der Arbeits- und Pausenzeiten (körperlich schwere Arbeiten, wenn möglich für den frühen Morgen oder späten Nachmittag verlegen)
  • Getränke und Sonnenschutzcreme anbieten
  • Beschäftigte sollten bei längeren Arbeiten im Freien Körper-und kopfbedeckende Kleidung tragen. Nicht mit freiem Oberkörper arbeiten!
  • Sonnenschutzbrille (UV-Schutz), möglichst mit seitlicher Abschirmung tragen
  • Sonnenschutzcreme mit hohen Lichtschutzfaktor (mindestens LSF 30) benutzen
  • Unterstützend dazu sollten Beschäftigte in Ruhe leichte Kost, wie Obst und Gemüse verzehren und regelmäßig Mineralwasser, ungesüßte Tees oder Saftschorlen trinken (mindestens 2,5 Liter, über den Tag verteilt und nicht eiskalt).
  • Arbeitnehmer sollten auch untereinander auf Anzeichen von Hitzeerkrankungen wie Schwindel, Kopfschmerzen oder Übelkeit achten

Die BG Bau (Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft) hat die erste App mit passenden Schutz-Maßnahmen zu wetterbedingten gesundheitlichen Gefährdungen entwickelt – mit anschaulichen Bildern und einfach zu bedienen.

Übrigens: Sollten witterungsbedingte Gründe vorliegen, die das Arbeiten auf Baustellen unmöglich machen, so muss der Arbeitgeber die Beschäftigten nicht für den gesamten Tag freistellen, sondern kann auch hitzefrei auf dem Bau für einige Stunden genehmigen, bis die Temperaturen etwas gesunken sind.

Kommen Sie gut durch den Sommer und bewahren Sie einen kühlen Kopf!

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