In Berlin gilt jetzt eine Corona-Ampel

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Der Berliner Senat führt ein eigenes Frühwarnsystem in der Corona-Krise ein. So soll der Fortgang der Pandemie anhand der drei Indikatoren Reproduktionszahl, Neuinfektionen und vorhandene Intensivbetten gemessen werden. „Ein Richtwert alleine macht keinen Sinn“, sagt Gesundheitssenatorin Kalayci, die die Idee für das Ampelsystem hatte. Stehen zwei der drei ausgewählten Indikatoren auf Gelb, dann muss die Gesundheitssenatorin Gegenmaßnahmen vorbereiten. Bei zwei roten Lichtern wird der Senat neue Beschlüsse fassen und Lockerungen gegebenenfalls wieder zurücknehmen. Und auch bei der Zahl der Neuinfektionen pro Woche pro 100.000 Einwohner geht Berlin eigene Wege. Gilt bundesweit die Obergrenze von 50 Neuinfektionen, springt in Berlin die Ampel bei 20 Fällen pro 100.000 Einwohner auf gelb, und bei 30 Neuinfektionen dann auf rot.

Ob die Ampeln auf Grün, Gelb, Rot steht, hängt also von drei Faktoren ab:

► Wie viel Prozent der 1400 Intensivbetten sind mit Corona-Patienten belegt? Ab 25 Prozent ist Alarmstufe Rot. Derzeit sind 38 Prozent aller Intensivbetten leer, insgesamt nur 9 Prozent mit Covid-19-Patienten belegt.

► Wie viele Neu-Infektionen gibt es innerhalb von sieben Tagen bei 100.000 Berliner? Ab 30 gibt’s dem Senat zufolge ein richtiges Problem, denn das würde stadtweit 1131 Neu-Infizierten entsprechen. Tatsächlich waren es zuletzt 286/Woche (Stand 12.5.20).

► Wie viele Kontaktpersonen steckt ein Infizierter im Schnitt an? Beim Verhältnis 1:1 würde die Kurve noch nicht explodieren, aber ab 1:1,1 über mehrere Tage wäre Alarmstimmung.

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