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Aktuelles Alt-Rahlstedter Kirche Modell der Tischlerinnung soll für Spenden sorgen Die schlechte Nachricht kam vor einem Jahr: Der „bunte Nagekäfer“ hat die Holzkonstruktion im Glockenturm und im Kirchenschiff der Alt-Rahlstedter Kirche so stark beschädigt, dass sie dringend saniert werden muss. Sonst droht der 800 Jahre alten Kirche die Schließung. Bei der Finanzierung der auf 250.000 EUR geschätzten Arbeiten ist die Gemeinde dringend auf Spenden angewiesen. Um dazu einen Beitrag zu leisten, hat das Bildungszentrum des Hamburger Tischlerhandwerks ein Modell der Kirche gebaut. Es soll an markanten Orten auf die Notsituation aufmerksam machen und zu Spenden aufrufen. In 180 Stunden, verteilt auf fünf Monate, ist die Kirche im Maßstab 1 : 30 entstanden. Hans-Georg Thürey, der technische Leiter des Bildungszentrums am Jenfelder Albert-Schweitzer-Ring, hat sie persönlich gebaut. Der 59-jährige Tischlermeister, der seit über 25 Jahren im Bildungszentrum tätig ist, hat dafür viel Lob und Bewunderung seiner Auszubildenden bekommen. Alte Pläne und aktuelle Fotos der Kirche bildeten die Vorlage für den imposanten Nachbau, der mit einer Höhe und Länge von je 1,25 Meter und einer Breite von 0,65 Metern ein echter „Hingucker“ ist und dem Original auch im Detail gleicht. Dabei wurde kein Teil fertig gekauft, alles wurde in Handarbeit phantasie- und kunstvoll improvisiert. Um das Modell möglichst leicht zu bauen und den Transport zu erleichtern, besteht der Kern aus Styrodor, der aus mehreren Schichten zusammengeleimt wurde. Die Fenster- und Türöffnungen wurden hinein geschnitten. Für die naturgetreue Fassade aus Mauer- und Feldsteinen wurden entsprechende Vorlagen aus dem Internet ausgedruckt, farblich gestaltet und auf das Styropor geklebt. Die Fensterscheiben sind aus Blister-Verpackungsmaterial, die Gitter wurden entsprechend dem Original mit einem Stift ausgezeichnet oder aus Karton geschnitten. Parallel dazu wurde aus dünnem Holz die Dachkonstruktion gebaut. Das Ziegeldach besteht aus einem roten Wellpappkarton, der in Streifen geschnitten und wie Dachpfannen überlappend auf die Lattung geklebt wurde. Die ursprünglich leuchtende Farbe wurde mit einem Grundlack lackiert und dann mit grüner und brauner Wandtafelkreide „gealtert“. Die Regerinnen hat Hans-Georg Thürey aus 0,3 mm dünne Kupferplatten gebogen und verlötet. Die Abflussrohre sind Erdungskabel ohne Isolierung. Um die richtige Patina zu erreichen und sie leichter biegen zu können, wurden sie ausgeglüht. Die kleine Glocke wurde natürlich auch von Hand gefertigt. Sie besteht aus Knetmasse und ist mit Goldbronze angemalt. Der Wetterhahn wurde aus Kupfer geschnitten und auf einen Kupferstab, auf dem ein Angelblei als Kugel sitzt, aufgeschoben. Der Kirchturm ist mit Streifen aus Eichenfurnier beklebt. Für die kleinen Vordächer wurde das Furnier das mit einer Schneider-Zackenschere in schmale Streifen geschnitten wurde, um die Schindeln darzustellen. Die Turmuhr ist aus einem Foto entstanden, die Beschriftung wurde mit einem Goldstift nachgezogen, die Zeiger wurden aus Kupfer ausgeschnitten und golden angemalt. Auch im Außenbereich wurden viel Naturmaterialien verwendet. Die Sträucher sind aus getrocknetem Heidekraut zurechtgeschnitten und zusammengeklebt. Teilweise sind sie mit Schaumflocken beflockt, teilweise mit selbst gemachten Flocken aus Laub, das in der Mikrowelle getrocknet wurde. Die Rosenblüten sind aus einem roten Ahornblatt getrocknet und gehäckselt. Seine Phantasie und sein Geschick ist Thürey schon in die Wiege gelegt worden. Seit seiner Kindheit ist er Modelleisenbahner, Spur HO. 1974, nach seiner Hochzeit hat er aus Platzgründen mit Spur N neu angefangen. Da es für diese Größe vieles nicht zu kaufen gibt, werden z.B. Gebäude, Brücken und Landschaften zuhause selber gebaut. Für sein erstes XXL-Modell wünscht er der Alt-Rahlstedter Kirche viele großzügige Spender. |
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